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Und dann war da noch.. Stilfragen

In Werktat on 24. Januar 2010 at 1:16 pm

Gerade tobt in der Stadt ja ein Rummel um Mode und Essen. Wobei sich ja beide Themen eigentlich nicht vertragen – jedenfalls wenn man sich die ein oder andere Schau angesehen hat. Schließlich aber müssen auch Modelle Essen. Allerdings lässt sich darüber streiten, ob sie dafür den Weg in Richtung Messe in Kauf nehmen möchten. Und Können.

Und so war zum Kaffee und Tee, aber ohne Kaffee und Tee, am Freitag in den Columbia Club geladen worden. In einer beschaulichen Runde diskutierte man diverse Themen, die aber alle etwas mit Mode zu tun hatten. Und nicht mit Essen. Das wäre ja auch dann in Bereich der Messe gewesen.

Nachdem man sich also, der freudigen Ankündigung in der Zitty folgend, für die Veranstaltung akkreditiert hatte, fing es auch schon an. 15 Uhr viel zu früh – aber im Moment ist ja eh alles immer viel zu früh. Deshalb: Augen auf und die Ohren gespitzt es reden Menschen, die irgendwas zum Thema sagen möchten. Das taten sie dann auch in mehr oder minder gebrochenen Englisch. Da hätte man sich doch gewünscht, dass irgendein Englisch-Lehrer sich erbarmt hätte und doch der 5 Minuten Crash Kurs umsonst angeboten worden wär. Naja. Neues Wort gelernt: Denim.

Denim, eigentlich serge de Nîmes (frz.= Gewebe aus Nîmes), ist ein sehr robuster Stoff in Köperbindung, aus dem später von Levi Strauss die erste klassische Jeans gemacht wurde.

Aha. Spannend. Danach zwei Vorträge zum Thema Mode und Grün-sein-wollen. Da man diesen Themen nichts mehr hinzufügen muss – lass ich das auch jetzt.

Nun Pause. Kalt war es geworden. Keine Heizpilze nur klare, kalte Luft, die einem vor dem Eingang entgegen schlug.

Dann kam die Kür: Modephotographie.

Ein dynamischer Herr stellte sein Büro vor. Dabei ging es zu meinem Erstaunen auch um das Thema Retusche. „Super-Model-Filter“ aber gut. Und nicht zu meinem Erstaunen um das Thema kreativer Freiraum innerhalb von Auftragsleistungen. Jaja. Das leidige Problem. Der beste Satz aus dem Vortrag war die Feststellung, dass „Modephotographie vor Allem über die Haut funktioniert!“. Wieder was gelernt.

Nun folgte die Stellungnahme der Gegenseite. Agentur V stellt sich und ihr Wirken vor. Auch wenn der Vortrag an sich leider nicht 100%ig die Begeisterung des Themas rüberbrachte, überzeugten aber die Werke und das Schaffen der Agentur. Dabei ist mir wiedereinmal aufgefallen, wie zweischneidig das Schwert von Agenturarbeit in diesem Bereich ist. Man muss ja nicht nur den Kunden bei Laune halten, sondern immer auch wieder alle anderen Mitwirkenden bezirzen. Das ist Stress – aber hier wird das Schaffen von Fotofritzen und ähnlichen wenigstens entsprechend gewürdigt.

Am Ende gab es eine interessante Diskussion um Markenbewusstsein und der Umsetzung und Pflege im Event Bereich. Allerdings gab die Konstellation der Beteiligten leider kein wikrliches Streit-Potential her. So arteten die doch recht spannenden Unterhaltungen am Ende doch eher in ein Plädoyer für eine attraktive Nutzung von Marken im generellen aus. Hängen blieb aber: „Eine Marke sollte an Ihrem Inhalt erkannt werden und nicht nur wenn ein Stempel drauf ist.“ Und dass von Agenuren und Unternehmern zum Thema Markenpflege zu hören, ist schon ein „schickes“ Statement.

Alles in Allem eine interessante Veranstaltung. Vielleicht etwas zu steif für den inhaltlichen Rahmen. Ich hätte mir etwas mehr „Nähe“ der Akteure gewünscht, denn so kam gerade am Ende der jeweiligen Vorträge nicht die Stimmung zum Dikutieren auf. Das wäre aber ganz spannend gewesen, schließlich waren die Anwesenden nicht nur Fachpublikum sondern vielmehr interdisziplinär unterwegs. Denn dafür war die VA ja schließlich auch gemacht.

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